21.08.2018 | Neuigkeiten & Interviews

Bühne frei für sinnvolle Ideen


Silke Düwel-Rieth, verantwortlich für Corporate Responsibility bei EY, und Professor Dr. Timo Meynhardt von der HHL Leipzig Graduate School of Management und Juryvorsitzender erläutern die Hintergründe des EY Public Value Awards.

 

Frau Düwel-Rieth, der Wettbewerb findet nun zum dritten Mal statt. Was hat sich verändert?

Der Wettbewerb bekommt mittlerweile internationale Aufmerksamkeit. Gründer aus den Niederlanden, Österreich und der Schweiz nehmen zum Beispiel daran teil. Das erweitert und belebt das schon jetzt lebendige Netzwerk, das durch den Award
entstanden ist.

 

Herr Professor Meynhardt, insgesamt gibt aber die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland nach. Wie lässt sich diese Entwicklung aufhalten?

Indem wir vor allem die Chancen des eigenen Unternehmens in den Vordergrund rücken. Das ist auch kein Problem der Rahmenbedingungen für Startups in Deutschland, sondern ein mentales. Gerade junge Menschen entscheiden sich auch dank der guten Wirtschaftslage häufig für ein etabliertes Unternehmen. Mit unserem Award möchten wir alle ansprechen, die selbstbestimmt und visionär ihre Ideen verwirklichen wollen und dabei von Anfang mehr wollen, als reich zu werden. Vielen Menschen geht es nicht mehr nur um Karriere, sie wollen mit ihrer Arbeit einen Beitrag für die Gesellschaft und damit für das Gemeinwohl leisten.

 

Wie motiviert ein Unternehmen wie EY junge Menschen, mit ihrem eigenen Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft zu leisten?

Düwel-Rieth: Die innere Motivation ist meist vorhanden. Es ist nicht schwierig, junge Menschen zu finden, die gesellschaftliche Probleme lösen wollen. Wir unterstützen sie mit unserer Expertise, zum Beispiel bei der Suche nach Partnern und bei vielen weiteren Themen, die sich in der Gründungsphase eines Unternehmens stellen. Wir sorgen auch für Aufmerksamkeit durch unseren Award.

 

Inwiefern schauen Investoren auch auf den gesellschaftlichen Nutzen von Unternehmen? Oder geht es tatsächlich nur um monetäre Aspekte?

Meynhardt: Natürlich sind für Investoren monetäre Aspekte zentral. Aber der ökonomische Erfolg hängt heute mehr denn je von der gesellschaftlichen Akzeptanz eines Geschäftsmodells ab. Insofern wäre es auch aus monetärer Sicht fahrlässig, die Wirkung von Produkten und Dienstleistungen auf Umwelt und Gesellschaft auszuklammern. Außerdem wollen Investoren generell ihr Geld sinnvoll anlegen. Das zeigt auch das steigende Interesse an nachhaltigen Geldanlagen.

 

Was beeindruckt Investoren mehr: die Leidenschaft des Unternehmers für das eigene Produkt oder das Geschäftsmodell?

Meynhardt: Das eine ist nicht ohne das andere vorstellbar. Es kommt häufig eben nicht unbedingt nur auf die Innovation selbst an, sondern auf den unbedingten Willen und damit die Leidenschaft, erfolgreich zu sein. Es ist die Persönlichkeit des Gründers oder der Gründerin, die den Unterschied macht und damit auch Investoren begeistert.

Düwel-Rieth: Dem kann ich nur zustimmen. Man merkt bei den Pitches, wie viel Begeisterung in den Gründerinnen und Gründern steckt. Dieses unbedingte Bedürfnis, etwas zu verändern, wirkt ansteckend. Für die eigene Idee werden Hürden genommen, vor denen andere kapitulieren würden, und das bringt dann wieder ein besonders erfolgreiches Produkt hervor.

 

Was ist das Besondere an diesem Format?

Düwel-Rieth: Die Finalisten pitchen am 11. Oktober 2018 in Leipzig live vor Publikum. Diese spezielle Live-Atmosphäre sorgt für viel Spannung. Außerdem entscheiden die Jurymitglieder nicht allein. Auch die anwesenden Gäste haben die Chance, ihren Favoriten zu wählen. Und wir sind schon jetzt gespannt, wer in diesem Jahr den Award mit nach Hause nehmen wird.

 

Silke Düwel-Rieth, verantwortlich für Corporate Responsibility bei EY in GSA.

Prof. Dr. Timo Meynhardt: Inhaber Dr. Arend Oetker Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie und Führung an der HHL Leipzig.

 

Der EY PUBLIC VALUE AWARD FOR START-UPs 2018 wirft eine ungewöhnliche Perspektive auf Startups und ihr Geschäftsmodell. Damit zeichnet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY mit der HHL Leipzig Graduate School of Management seit 2016 junge, innovative Unternehmen aus, die gesellschaftlich engagiert sind und durch das, was sie tun, einen starken Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Das heißt, ihr unternehmerisches Handeln wirkt in besonderer Weise auf das gesellschaftliche Zusammenleben und prägt es. eypva.com

Dieses Interview sowie viele andere spannende Interviews und Artikel findest du in der aktuellen Berlin Valley. Hier geht es direkt zur Ausgabe.

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