24.05.2016 | Neuigkeiten & Interviews

Vom Neckartal ins Neckar Valley – Ist es noch weit?


Googelt man „Neckar Valley“, so findet man auf englischsprachigen Pages Reiseführer, die von „impressively beautiful cities and villages“ schwärmen. Allerdings wird der Begriff weniger mit digitaler Innovation in Stuttgart und Umgebung assoziiert. Dabei hat die Metropole der Tüftler, Maschinen-, Autobauer und Mittelständler alles, um in Zukunft als Zentrum der digitalen Innovation von sich reden zu machen. Wohin die Reise geht? Artikel von Marco Koch, Partner bei EY Stuttgart.

disrupt_the_disruptors

Innovation hat Tradition – und wie steht es mit der digitalen Zukunft?
Stuttgart und das umgebende Neckartal bauen traditionell auf Erfindergeist und Innovationskraft. Diese Eigenschaften sind seit je die Basis des Fortschritts, Wachstums und des wirtschaftlichen Erfolgs in der Region. Die Rahmenbedingungen scheinen nicht schlecht zu sein und zeichnen sich durch eine hohe Dichte an etablierten Weltmarktführern und ein enormes Potenzial an innovativen Nachwuchstüftlern aus. Ein klarer Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Automobil sowie Anlagen- und Maschinenbau. Die Namen der in Stuttgart ansässigen Unternehmen lesen sich wie ein Who’s Who: Daimler, Porsche, Bosch … Hinzu kommen eine ganze Reihe führender Zulieferer und mittelständischer Betriebe im Maschinen- und Anlagenbau. Der Erfolg könnte dazu verleiten, die digitale Zukunft noch etwas vor sich her zu schieben.

Paradigmenwechsel ante Portas
Aber - bei allem gegenwärtigen Erfolg: die ansässigen Großunternehmen und Mittelständler müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken, um auch künftig in der Welt der digitalen Transformation bestehen zu können. Das „Internet der Dinge“, „Industrie 4.0“, „Smart Mobility“, „Smart Cities“ sowie „Smart Services“ und andere Themen klopfen an die Werkstore und verlangen Einlass. Innovation ante Portas … und die Tore beginnen sich zu öffnen. Initiativen wie Car2Go von Daimler, die Bosch Startup GmbH und andere spannende Projekte deuten auf einen Paradigmenwechsel hin, der den Standort Stuttgart in Zukunft für Start-ups noch deutlich attraktiver machen könnte. Das Umfeld scheint wie geschaffen für Gründungen, die den etablierten Platzhirschen wichtige digitale Impulse geben könnten. Hier ist noch Vieles im Werden und wartet darauf, konkretere Gestalt anzunehmen.

Wo noch Potenzial ist …
Es tut sich schon etwas in Stuttgart. Allerdings fehlt noch ein wenig zu einem wirklich dynamischen Ökosystem der Innovation – wie zum Beispiel effektive Förderprogramme und weitblickende sowie geduldige Investoren. Zudem: während sich Hochschulen und Fachhochschulen andernorts zum Nährboden für bahnbrechende Hightech-Start-ups mausern, geschieht in der Region Stuttgart noch relativ wenig in dieser Richtung. Zwar gibt es beispielsweise mit der TTI GmbH (zentrale Anlaufstelle an der Universität Stuttgart für zukünftige Entrepreneure) oder dem Generator HdM Startup Center (Center der Hochschule der Medien Stuttgart - Seminare, Business-Simulationen und individuelle Coachings) gute Anlaufstellen. Jedoch gilt weiterhin, dass es nach Meinung vieler Nachwuchsgründer zu wenig Hilfestellung für Start-ups gibt. Darüber hinaus auch zu wenig Austausch und Plattformen für die Zusammenarbeit mit den ansässigen etablierten Unternehmen. Um dies zu ändern und den Prozess zu beschleunigen, bringen wir bei EY schon heute Start-ups und Unternehmen auf unterschiedlichste Wege miteinander in Kontakt und bieten auf Start-ups angepasste Lösungen. Ein noch dynamischeres Start-up-Ökosystem in Stuttgart und Umgebung könnte jedoch den hier ansässigen etablierten Unternehmen Innovationen direkt aus der Region liefern – digitale Ideen und Anknüpfungspunkte für die Geschäftsmodelle von morgen müssten dann nicht mehr von außen importiert werden.

… und was schon läuft 
Obwohl Stuttgart teilweise noch einen Aderlass an Gründertalenten zu verzeichnen hat und der ein oder andere sich nach wie vor für einen anderen Standort entscheidet, ist langsam eine Umkehrbewegung zu erkennen. Dies liegt daran, dass für die verschiedenen Programme Gründer aus anderen Städten angezogen werden.

Seit einigen Jahren liefert die Onlineplattform startup-stuttgart.de eine sehr gute Gründerberichterstattung aus der Region. An Accelerator-, Incubator- Hochschul- und anderen Programmen sind folgende Beispiele zu nennen:

  • ACTIVATR Stuttgart: Interdisziplinäre Teams aus Gründer- und Corporate-Talenten gründen Start-ups in den Bereichen „Internet der Dinge“, „Industrie 4.0“, „Smarte Mobilität“ und „Smart City“. http://activatr.xyz
  • Accelerate Stuttgart: Programm im Herzen von Stuttgart mit aktuell fünf Start-ups. Bis Mai 2016 kommt noch ein FinTech-Programm hinzu. http://accelerate-stuttgart.de
  • Arena 42: Dreimonatiges Programm inklusive Mentoring und Software-Entwicklungsservice für Start-ups im Frühstadium mit Geschäftsideen im Internet der Dinge (IoT). http://arena42.de
  • Bosch Start-up GmbH: 2015 gegründet; momentan noch Inkubator für Bosch-interne Start-ups. Zukünftig teilweise auch für externe Start-ups offen. http://www.bosch-startup.com
  • CODE_n SPACES: Innovationscampus der GFT (seit Anfang 2015) mit jungen und erfahrenen Unternehmen. In Kooperation unter anderem mit EnBW Energie Baden-Württemberg. https://www.code-n.org/index.html
  • Start-up Campus Stuttgart: Von Stuttgarter Gründern für Gründer. Impulsgeber für innovative und kreative Arbeitskultur. 600 Quadratmeter für Start-ups, Coworking und Events. http://www.startup-campus-stuttgart.de
  • hatchery: Erfahrene Gründer beraten Start-ups in den Bereichen Design, Marketing und Produktentwicklung. http://hatchery.io
  • Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS): Zentraler Ansprechpartner für Investoren und Unternehmen in und um Stuttgart mit Initiativen wie bspw. PUSH! Oder HiTURS. https://wrs.region-stuttgart.de
  • Events von EY in 2016: Start-up-Workshops mit ausgewählten Coaches zu spezifischen Fragestellungen; European Venture Market im September bei EY Stuttgart; Mittelstand meets Innovation –mittelständische Mandanten erhalten Kontakt zu Start-ups, um ihre Innovation voranzubringen. Im Juni 2016 wird EY zudem Kooperationspartner beim Sicherheitskongress der IHK Stuttgart zum Thema „Sicherheit in der Industrie 4.0“ sein.

Digitaler Erfolg „Made in Stuttgart“
Es lässt sich bei den Start-ups der Region noch kein klarer Branchenschwerpunkt ausmachen, wenngleich das Thema Industrie 4.0 in der Zukunft eine gewichtigere Rolle spielen dürfte. Dass es funktioniert, zeigen erfolgreiche Gründungen im Raum Stuttgart, wie beispielsweise das Softwareunternehmen Teamviewer (https://www.teamviewer.com), die Hightech-Unternehmen Subitec (http://subitec.com/de) und Venneos GmbH (http://www.venneos.com), die Online-Marketingplattform Regiohelden (http://www.regiohelden.de) oder die Online-Leadgenerierungsplattform wiredminds (https://www.wiredminds.de/home). Der Erfolg dieser Unternehmen zeigt: Stuttgart kann digital. Mehr davon!

Der Autor: Marco Koch ist Partner in der Wirtschaftsprüfung und Ansprechpartner der EY Start-up-Initiative GSA in Stuttgart.Zu den maßgeschneiderten Angeboten von EY für Start-ups gehören z.B. Abschlussprüfungen, Hilfe in rechtlichen, steuerlichen und Finanzierungsfragen, bei der Skalierung und Expansion, sowie bei der Herstellung von Kontakten zu etablierten Unternehmen, Investoren und potenziellen Partnern. Mehr unter www.start-up-initiative.ey.com.

Bei weiteren Fragen rund um das Thema „Vom Neckartal ins Neckar Valley – Ist es noch weit?“ kontaktiert bitte Herrn Marco Koch.

Beim weiteren Nutzen dieses Internet Auftritts erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. weitere Informationen

Die Cookie Einstellungen für diese Seiten werden auf das Erlauben aller Cookies gesetzt um Ihnen den bestmöglichen Komfort zu bieten. Wenn Sie der Nutzung von Cookies auf dieser Seite durch Anklicken des Zustimmen-Buttons erlauben, dann erklären Sie sich als einverstanden mit diesem Vorgehen.

Schließen