12.03.2015 | Neuigkeiten & Interviews

Start-ups werden die Zukunft der deutschen Wirtschaft und viele unserer Lebensbereiche wesentlich beeinflussen.


1. Herr Lennartz, warum engagiert sich EY so stark für Start-ups?

Nun, dafür gibt es sehr viele Gründe. Die drei wichtigsten möchte ich hier nennen:

Erstens: Die größte Gruppe unserer Mandanten weltweit sind Entrepreneure, also Personen, die sich selbständig gemacht und ein Unternehmen gegründet haben. Der Einsatz für Gründer ist daher Teil unserer DNA – oder, um es in der Sprache der Start-ups auszudrücken, unseres USP, also der „Unique Selling Proposition“. In den Vereinigten Staaten haben wir sehr früh damit begonnen, mit Entrepreneuren zusammen zu arbeiten. Das ist der Grund, warum wir heute u.a. Abschlussprüfer aller vier großen Internetgiganten aus dem Silicon Valley sind. Wir haben aber auch andere Unternehmen von Beginn an auf ihrem Weg begleitet. Traditionell sind wir in Deutschland der bevorzugte Berater des Mittelstandes sowie seit den 1990er Jahren auch von Technologieunternehmen. Wir können daher sehr gut mit den aktuellen Themen der jungen Gründer in allen Phasen des Unternehmens umgehen – wir kennen die Herausforderungen und sprechen ihre Sprache.

Seit vielen Jahren haben wir unsere Wertschätzung für Entrepreneure zum Ausdruck gebracht, zum Beispiel mit dem in der Zwischenzeit in vielen Ländern vergebenen Unternehmerpreis „Entrepreneur of the Year“. Der EoY ist dabei viel mehr als nur ein Wettbewerb und hat sich zu einem Programm entwickelt, das sich Themen wie dem Unternehmernachwuchs, Frauen als Gründer sowie der Etablierung eines internationalen Unternehmernetzwerks widmet.

Als zweiten Grund möchte ich die Bedeutung der Start-ups für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes, aber auch Europas ansprechen. Europa hat ganz eindeutig die erste Phase der Digitalisierung fast aller Lebensbereiche verschlafen. Im Vergleich mit den USA besteht hier ganz klar Nachholbedarf. Warum dies so war und ist, wurde bereits oft diskutiert und erörtert, daher möchte ich dies hier nicht weiter ausführen. Es ist für die jetzige Phase der Digitalisierung mit Themen wie Industrie 4.0, Internet of Things, Big Data und Smart World wichtig, dass wir uns in Europa und Deutschland besser aufstellen. Die großen deutschen Unternehmen tun sich damit sehr schwer und sind daher auf die Innovationen der kleinen, schnellen Start-ups angewiesen. Wir versuchen, die Zusammenarbeit von Corporates und Start-ups zu fördern und zu unterstützen. Teilweise geschieht dies durch einfaches Networking, teilweise aber auch mit eigenen Programmen für Corporates und Start-ups. Hier wird jeweils ein Problem intensiv beleuchtet und, wie wir hoffen, zu einer Lösung beigetragen.

Nicht zu allerletzt spiegelt sich in unserem Engagement auch unser Leitsatz „Building a better working world” wider. Natürlich verfolgen wir kommerzielle Aspekte – wie Start-ups und andere Unternehmen auch. Durch unsere Unterstützung erhalten Start-ups die Möglichkeit, sich erfolgreich zu entwickeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das Ergebnis sind höhere Steuereinnahmen auf lokaler Ebene, was letztlich wieder dem Gemeinwohl zu Gute kommt.

Sehr gut ist diese Entwicklung am Beispiel Berlin zu verfolgen. Durch die dynamische Entwicklung des dortigen Start-up-ökosystems zieht Berlin sehr viele junge Arbeitskräfte aus der ganzen Welt an. Dazu kommen verstärkt Investoren, Acceleratoren und nationale sowie internationale Konferenzen nach Berlin. Die Stadt hatte dadurch im Jahr 2014 einen Nettozuwachs von fast 50.000 Einwohnern zu verzeichnen, was mehr Beschäftigung mit sich bringt und sich wiederum überwiegend positiv auf andere Bereiche wie die Kultur, auf Immobilien-, Konsumwirtschaft und andere Lebensbereiche auswirkt. ähnliche Effekte machen sich auch in anderen Städten bemerkbar.

2. Ist EY nicht zu groß und zu teuer für Start-ups?

Das werden wir in der Tat sehr oft gefragt. Natürlich wirkt eine internationale Beratungsgesellschaft mit weltweit über 200.000 Mitarbeitern auf den ersten Blick sehr groß und unpersönlich auf ein junges Start-up mit seinen noch relativ wenigen und dazu in der Regel jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auf lokaler Ebene aber treffen die Start-ups oft auf junge EY Berater, die sehr gerne mit ihresgleichen kommunizieren und arbeiten. Wir haben daher keinerlei Berührungsängste und kommen den jungen Unternehmen auch finanziell stark entgegen.

3. Mit welchen Fragestellungen wenden sich Start-ups an EY?

Dies hängt natürlich sehr stark von der Entwicklungsphase des jeweiligen Start-ups und dem Bereich ab, in dem es arbeitet. Es sind eigentlich alle Themen rund um die Kernkompetenz eines Start-ups und bei denen der lokale Steuerberater um die Ecke nicht mehr der richtige Ansprechpartner ist.

Es geht also um Themen wie internationales Steuerrecht, Auslandsgründungen, Mitarbeiter Beteiligungsprogramme, Umsatzsteuer – und Lohnsteuerthemen aber auch Unterstützung bei rechtlichen Fragen wie Beteiligungsverträge, bei Verkaufsverhandlungen, bei Lizenzverträgen oder auch bei Beteiligungsbewertungen, Due Diligence oder der Erstellung von Business-Plänen. Natürlich sind wir auch mit Jahresabschlussprüfungen, bei der Umstellung auf internationale Rechnungslegung oder bei IPOs dabei.

 

Peter Lennartz

Peter Lennartz
ist Partner bei EY sowie Steuerberater, Wirtschaftsprüfer. Er leitet die EY-Start-up-Initiative in GSA
Peter.Lennartz@de.ey.com

 

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