10.04.2017 | Neuigkeiten & Interviews

„Manchmal muss man die Wege andersherum denken“


Das Unternehmen Picum MT hat ein neues Maschinenkonzept entwickelt und präsentiert sich vom 24. bis 28. April am EY-Stand auf der Hannover Messe. Gründer Thomas Krawczyk spricht im Interview über Energieeffizienz, Kundenbedürfnisse und neue Wege.

Picum MT_Thomas_Krawczyk

Thomas Krawczyk von Picum MT.

 

Was macht Picum MT?

Thomas: Wir entwickeln Maschinen, die nach dem Prinzip „Maschine zum Bauteil“ arbeiten. D.h. unsere Kunden müssen nicht wie heute üblich ihr Material zu einer Maschine transportieren, sondern wir sorgen dafür, dass die Maschine zum Bauteil kommt. Dadurch können Arbeiten wie Bohren, Schleifen oder Messen viel flexibler, schneller und günstiger erledigt werden.

Wie funktioniert das genau?

Thomas: Zunächst haben wir einen Algorithmus entwickelt, mit dem sich ein mobiles Bearbeitungssystem auf einem Bauteil sehr genau orientieren kann. Dann haben wir einen Prototyp gebaut, der Bauteile unabhängig von ihrer Größe wesentlich wirtschaftlicher und energieeffizienter bearbeiten kann. Dadurch können Kunden bis zu 50 Prozent der Betriebs- und Investitionskosten einsparen.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Thomas: Letztendlich haben uns Kundenbedürfnisse vorangetrieben: Gespräche haben uns gezeigt, dass die bestehenden Lösungen den Bedarf nicht decken. In Branchen wie der Luftfahrt- und Automobilindustrie oder dem Maschinenbau gibt es große Bauteile, die häufig transportiert und teilweise manuell bearbeitet werden müssen. Diese Arbeiten kosten sehr viel Geld. Wir möchten den Kunden ein System an die Hand geben, das diese Probleme tatsächlich löst – Transportkosten verringert und die Vor-Ort-Bearbeitung von schweren Bauteilen möglich macht.

Gab es Hindernisse auf eurem bisherigen Weg oder sogar einen Moment, wo ihr ans Aufhören gedacht habt?

Thomas: Klar, die Finanzierung des Projekts war eine große Herausforderung. Wir haben hierzu einen Antrag beim BMWi auf ein EXIST-Forschungstransfer-Projekt gestellt und in diesem Zusammenhang das erste Mal einen Businessplan geschrieben. Und natürlich gab es bei der Entwicklung unseres Systems immer wieder Probleme, die gelöst werden mussten. Ans Aufhören haben wir aber nie gedacht, Höhen und Tiefen gehören halt dazu. Aber wir sind ja noch ein sehr junges Unternehmen. Die richtig großen Hindernisse kommen sicherlich noch.

Wenn ihr zurückblickt: Was habt ihr bislang gelernt? Könnt ihr anderen Start-ups schon Tipps geben?

Thomas: Wichtig sind Zusammenhalt und profundes Wissen – unser ganzes Team hat ja vorher am IFW der Leibniz Universität Hannover gearbeitet und promoviert. Auf der anderen Seite steht die Umsetzung der Idee in die Praxis. Da müssen dann manchmal Wege andersherum gedacht und vereinfacht werden. Diesen Schritt von der Theorie in die Praxis muss ein Start-up schaffen.

Was erwartet Ihr von der Teilnahme auf der Hannover Messe?

Thomas: Bei der Hannover Messe werden wir unseren Prototyp das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren. Darauf sind wir sehr gespannt – v.a. wie unsere Lösung ankommt. In erster Linie möchten wir damit potenzielle Kunden und Investoren ansprechen. Außerdem suchen wir Lieferanten und Partner.

Welche Vorbilder habt ihr und was sind eure nächsten Ziele?

Thomas: Es ist insgesamt sehr inspirierend mit Menschen zu sprechen, die erfolgreich Unternehmen gegründet haben. Hierzu zählt beispielsweise Hans J. Langer von EOS, der ein Unternehmen aufgebaut hat, das ebenfalls ein Gesamtsystem anbietet.

Unser nächstes Ziel ist natürlich die Entwicklung des Systems bis zur Marktreife. Dazu gehört auch, unsere Maschine mit der notwendigen Intelligenz auszustatten, damit sie einfach zu bedienen ist. Sobald wir diesen Schritt abgeschlossen haben, geht endlich der Verkauf los.

Mittelfristig möchten wir Picum One zu einer Plattform ausbauen. Diese Plattform kann dann mit neuen Modulen bestückt werden - etwa einem Modul zum 3D-Druck oder zum Messen. Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

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