12.03.2015 | Neuigkeiten & Interviews

Neue Geschäftsmodelle im Internet der Dinge


Interview mit Mark Smith darüber, warum sich EY kontinuierlich für den internationalen Wettbewerb für Start-ups im Rahmen der CeBIT engagiert. Darüber hinaus geht es darum, welche Bedeutung das diesjährige Thema „Internet of Things“ für die Transformation von Geschäftsmodellen hat, in Deutschland und weltweit. Mark Smith ist Leiter für Markt- und Branchenentwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Der CODE_n CONTEST geht nun in die vierte Runde und es gibt einen Unterstützer, der von Anfang an dabei war: EY. Wir freuen uns deshalb besonders, Sie wieder an Bord zu haben. Wenn Sie die letzten Jahre Revue passieren lassen, inwiefern hat sich die Zusammenarbeit für Sie gelohnt? Was erwarten Sie speziell von CODE_n15?

Wir sind seit 2012 als Unterstützer von CODE_n dabei, weil wir der Überzeugung sind, dass wir innovative Geschäftsmodelle und Start-ups mit disruptiven Ideen unterstützen müssen, wenn wir auch in Zukunft Wachstum in Deutschland, Europa und der Welt sehen wollen. Wir betrachten CODE_n als eine wichtige Plattform für Gründer, um mit etablierten Unternehmen und potenziellen Investoren ins Gespräch zu kommen. Etablierte Unternehmen und Mittelständler wiederum erhalten Zugang zu disruptiven Ideen, um ihr Geschäftsmodell in Zeiten der Transformation aller Industrien und Branchen aktuell und wettbewerbsfähig zu erhalten. Von einer Begegnung profitieren beide Seiten. Es geht für Gründer um Venture Capital als „Muttermilch von Start-ups“, um unternehmerisches Know-how im Austausch gegen frische Ideen für die Etablierten oder manchmal auch einfach um Zugang zur größeren Kundenbasis der etablierten Unternehmen. Es entstehen klassische Win-win-Situationen. 2015 steht CODE_n im Zeichen des „Internets der Dinge“ – „Internet of Things“, kurz IoT. Hier geht es um einen unglaublich dynamisch wachsenden Markt der intelligenten Geräte und Maschinen in zentralen Bereichen des Alltagslebens, der Mobilität, der Urbanisierung und der Wirtschaft. Stichwort: „Industrie 4.0“. Wir reden beim IoT über geschätzte Wachstumsraten von durchschnittlich 17,5 Prozent im Jahr. Es ist auch und gerade für den deutschen Mittelstand essenziell wichtig, hier Zugang zu erhalten und gestaltend mitzuwirken.

Als international operierendes Beratungsunternehmen verfügt EY über weltweite Kontakte und fundiertes Wissen über Märkte und Unternehmen. Wie entwickelt sich die globale Start-up-Kultur aktuell? Stehen wir am Beginn einer Entwicklung oder ist die heiße Phase schon vorbei?

Unser Wissen über die deutsche und internationale Start-up-Kultur beziehen wir aus erster Hand. So stehen wir – unter anderem – seit Jahren jungen Unternehmen mit Geschäftsmodellen und Ideen im Bereich der disruptiven Technologien zur Seite. Junge Unternehmen erhalten von uns in vieler Hinsicht Starthilfe. Das bezieht sich zum einen auf konkrete steuerliche, betriebswirtschaftliche und rechtliche Hilfestellung, zum anderen aber auch auf das Bekanntmachen von jungen Unternehmen in namhaften Kreisen der etablierten Wirtschaft wie im Rahmen von CODE_n oder dem anerkannten EY-Unternehmerpreis „Entrepreneur Of The Year“. Hier öffnen wir Türen. Welche Dynamik die Start-up-Kultur aktuell hat, zeigt sich in vielen Bereichen. In Deutschland verzeichnen wir laut dem Deutschen Startup Monitor für 2014 beim Wagniskapital einen Rekordstand. Doch auch hier gilt: Im internationalen Vergleich geschieht noch viel zu wenig. Und um auf den zweiten Teil Ihrer Frage zurückzukommen: Wie sehr die Start-up-Kultur in ihrer heißen Phase steht und weiter an Fahrt aufnimmt, zeigt sich nicht nur in Berlin und anderswo in Deutschland, sondern zum Beispiel auch in den USA und Israel. Nach dem berühmten Silicon Valley ist Israel heute der Standort mit der zweithöchsten Start-up-Dichte der Welt! Wie sehr Deutschland von dieser Entwicklung profitieren kann, zeigt die Tatsache, dass es immer mehr Gründer von Tel Aviv nach Berlin zieht. Hier kommt viel Know-how und Unternehmergeist ins Land. Eine riesige Chance. Nicht nur für die Hauptstadt.

Startups sind oft in Geschäftsfeldern tätig, die von etablierten Unternehmen nur zögerlich beackert werden. Woran liegt das? Fehlt den Etablierten der Mut bzw. die Vision oder überschätzen Start-ups ihre Marktchancen und stürzen sich in Abenteuer, die gestandene Unternehmer vermeiden?

Beim Begriff der etablierten Unternehmen ist es wichtig, zwischen großen Konzernen und Unternehmen des Mittelstands zu unterscheiden. In großen Unternehmen muss vielerorts noch eine Kultur der Innovation etabliert werden. Mitarbeiter müssen stärker ermutigt und dabei gefördert werden, Eigeninitiative und Experimentierfreude zu zeigen. Bei den Innovationen im Mittelstand beruht noch vieles auf dem Zufallsprinzip. Mit einem gezielten Innovationsmanagement und der Etablierung einer Innovationskultur kann hier viel brachliegendes Potenzial erschlossen werden. Wir glauben, dass die Begegnung von Start-up-Kulturen und etablierten Unternehmen wertvolle Synergien bringt. Das unternehmerische Know-how, die Netzwerke und das Kapital von etablierten Unternehmen können signifikant dazu beitragen, die Marktchancen von Gründungen zu steigern. Das „Abenteuer Start-up“ wird für Unternehmen mit aussichtsreichen, disruptiven Geschäftsmodellen weniger wagnisreich. Auf der anderen Seite hilft der Zugang zu innovativen Ideen den etablierten Unternehmen dabei, Hemmschwellen und Hindernisse zu überwinden, auch solche, die in der gewachsenen Unternehmenskultur liegen. Hier gilt leider oft noch: Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Impulse von außen spielen oft eine entscheidende Rolle für die Einführung einer Kultur der Innovation.

Viele Start-ups scheitern. Das ist fast Teil dieser Kultur, Teil der Gründer-DNA. Die Frage ist nun, was die Ursachen dieses Scheiterns sind. Werden die Chancen von den Gründern blauäugig und somit falsch eingeschätzt oder handelt es sich in der Regel eher um handwerkliche, durch gute Beratung vermeidbare Fehler?

Sicher: Neun von zehn Neugründungen scheitern. Das ist aber keine exklusive Erscheinung in der heutigen Start-up-Kultur. Scheitern ist und war immer eine Option für Unternehmer. Auch bei Start-ups gilt: Die Chancen für den Erfolg steigen, wenn handwerkliche Fehler vermieden werden. Das beginnt bei der Wahl der Rechtsform und setzt sich in allen weiteren rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen fort. Die Unterstützung von EY für Entrepreneure setzt an vielen Punkten an. Zum einen bieten wir konkrete pragmatische Lösungen, die von Fachleuten aus unserem multidisziplinären, internationalen Netzwerk erarbeitet werden. Wie gut das funktioniert, haben wir bei der Begleitung aufsehenerregender IPOs wie Zalando oder Rocket Internet gezeigt. Auf der anderen Seite verschaffen wir jungen Unternehmen Zugang zu Wagniskapital und wichtigen Netzwerken. Initiativen wie CODE_n oder „Entrepreneur Of The Year“ sind gute Beispiele dafür. Start-ups müssen aus der Tüftlerecke herauskommen, in die Öffentlichkeit gehen, sich und ihre Idee bekannt machen. Auch hier setzt unsere Hilfestellung und Beratung an. Aus Ideen müssen funktionierende Geschäftsmodelle werden.

In Bezug auf die Start-up-Kultur in Deutschland spricht man in der Öffentlichkeit oft von einem gewissen Nachholbedarf. Stimmen Sie dem zu und, falls ja, sehen Sie das eher als mentales Problem, z. B. bei der Risikofreude von Gründern und Investoren, oder ist das eine strukturelle Frage, z. B. durch hohe gesetzliche Hürden?

Im Zusammenhang mit Deutschland wird oft von einem gewissen Nachholbedarf bei der Start-up-Kultur gesprochen. Das beginnt schon beim Venture-Kapital. Selbst Risikokapitalinvestoren scheinen in Deutschland im internationalen Vergleich relativ risikoavers zu sein. Wo weniger Geld für Investitionen zur Verfügung steht, handelt man eben konservativer. Dennoch gibt es auch viele Entwicklungen, die zuversichtlich stimmen. Der relative Anstieg beim Risikokapital ist eine Sache. Deutschland hat das Vereinigte Königreich hier 2014 überholt. Gleichwohl gibt es immer noch strukturelle Defizite. So ist gerade in der Frühphase von Start-ups der Staat nach wie vor der aktivste Investor. Hier muss sich noch einiges tun. Das gilt übrigens auch für den regulatorischen und rechtlichen Bereich. Ich führe nur das Beispiel des Mindestlohns an, der für viele Start-ups eine neue Herausforderung darstellt.

An welchen Schrauben sollte gedreht werden, um das zu ändern?

Um bei Ihrem Bild zu bleiben: Es wird bereits an vielen Schrauben gedreht, nur leider nicht immer in die gleiche Richtung. Positiv ist zu vermerken, dass das Thema „Digitale Innovation“ im Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit angekommen ist. Programme wie die 2013 von der Regierung gestartete Investitionsbeihilfe „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ machen dies deutlich. Dennoch gibt es immer wieder gesetzliche Initiativen, die jungen Unternehmern den Start nicht gerade leicht machen. Das ab dem 01.01.2015 geltende Mindestlohngesetz steht hier exemplarisch für entsprechende Tendenzen. Aber auch im privaten Bereich ist bei der Wachstumsfinanzierung einiges zu tun, trotz einer Zunahme beim Crowd Investment und einer wachsenden Business-Angel-Szene. Hier können wir von EY mit unserem Beratungs-Know-how und unserem Netzwerk helfen – und tun dies bereits.

Das Internet der Dinge wird allgemein als sehr entwicklungsfähiger Zukunftsmarkt beschrieben. Was würden Sie Start-ups raten, die sich auf diesem Markt etablieren wollen?

Als Erstes würde ich Gründern raten, sich und das eigene Geschäftsmodell schonungslos auf den Prüfstand zu stellen: Kann die Idee geschützt werden? Ist sie für Investoren attraktiv? Kann ich als Unternehmer mit Unsicherheit umgehen? Reicht meine Motivation, um die kritischen Phasen durchzustehen? Ist die Idee auch international tragfähig? Dann sollten erfahrene Sparringspartner gesucht werden, die bei der Akquise von erfahrenen Investoren und möglichen Geschäftspartnern helfen. Gekonntes Networking ist gefragt – wie die Nutzung von Plattformen und Wettbewerben wie CODE_n oder „Entrepreneur Of The Year“. Auch sollte von Anfang an professionelle Hilfe zur Vermeidung von rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fehlern gesucht werden. Diese können viel Geld kosten – und im Zweifelsfall das Unternehmen scheitern lassen. Hier bietet EY wertvolle Hilfe an – wenn uns das Geschäftsmodell überzeugt. Deshalb lautet mein letzter Rat: Überzeugen Sie uns von Ihrer Idee.

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