13.05.2016 | Neuigkeiten & Interviews

Elektrisierend: wie Start-ups Energieriesen und Lokalgrößen herausfordern


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Es gibt heute kaum eine Branche, in der sich nicht innovative Start-ups mit neuen Ideen tummeln. Doch wie steht es mit der Energiewirtschaft? Sind hier Innovatoren vertreten? Der erste Eindruck einer eher schwachen Präsenz trügt: Start-ups sind sehr wohl da – und es werden immer mehr.

An Grundfesten rütteln
Nichts bleibt wie es war. Das gilt in zunehmenden Maße auch für die Energiewirtschaft. Doch wie reagieren die etablierten Provider auf die Herausforderung durch junge Pioniere mit frischen Ideen für die Branche? Auf den ersten Blick scheinen sie verunsichert zu sein und den Ereignissen passiv zuzuschauen. Doch wie geht es weiter? What’s next? Hier eine Bestandsaufnahme – und ein Blick in die Zukunft.

Jetzt kommen die jungen Hungrigen
Innovationen durch Start-ups laufen stets nach einem ähnlichen Schema ab. Gründer erkennen Schwächen im System etablierter Wirtschafsbereiche und Branchen. Diese werden zum Vorteil der Endkunden genutzt – und das Start-up holt sich eine Marge vom großen Kuchen. Es gibt kaum eine Branche, wo Start-ups noch nicht aktiv sind: Ob man über Online-Plattformen quasi in das Restaurant der größten Speisekarte der Welt geht (z.B. Lieferando), in das größte Hotel eincheckt (z.B. AirBnB / Wimdu) oder Transportkapazitäten besser nutzt (z.B. Movinga, MeinFernbus) – immer sind innovative, zum Teil disruptive Ideen im Spiel. Und in der Energiewirtschaft?

Die größte Erleuchtung seit Edison & Co.
Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass sich die Energiewirtschaft in dem größten Transformationsprozess seit der Elektrifizierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts befindet. Alte Muster zu durchbrechen, ist nicht einfach – es muss eine Idee da sein, die zur Transformation beiträgt, sie beschleunigt. Heute befindet sich die gesamte Energiewirtschaft in der Sinnkrise und sucht nach neuen Wegen. Kunden, Nutzer und Politiker stellen sich die Frage: „Brauchen wir überhaupt noch den klassischen Energieversorger?“ Die Antwort: „Nein, was wir brauchen, ist lediglich den Strom.“ Die lange gewachsene, und schon als selbstverständlich betrachtete Hoheit über die Energieproduktion, Energienetze, Energiehandel und Energievertrieb bröckelt. Und dies schon seit Jahren.

Erneuerbarkeit, Nachhaltigkeit, Dezentralität: die Karten werden neu gemischt
In der Energieproduktion gibt es seit Jahren den Trend zu erneuerbaren Energien und dezentralen Produktionsanlagen. Diese Dezentralität nimmt stetig zu. Das Eigentum befindet sich längst nicht mehr im Hoheitsbereich der Energieversorger. Damit nicht genug, verändert sich auch der Energievertrieb beträchtlich. Galt früher das klassische „Stadtwerk“ als Ansprechpartner Nummer eins beim Strom, so sind es heute Vergleichsplattformen (z.B. Verivox, Check 24). Genau an diesen Schnittstellen liegen die Stärken der Start-up-Szene, exakt hier setzten innovative Geschäftsmodelle an. Sie beschleunigen die Dezentralität der Energieerzeugung durch professionelle Plattformlösungen (z.B. Termondo, WegaTech, Tesla), kreieren neue Schnittstellen für den Kunden, und damit echten Mehrwert.

Schneller, einfacher, bequemer
Andere Modelle setzen bei der Beschleunigung der Digitalisierung an. Mit kleinen, smarten Lösungen vereinfachen sie Zählerstanderfassung (z.B. Pixolux), optimieren die Systemkommunikation zwischen Energieerzeugung, Energienetzen und Energieverbraucher (z.B. Kiwigrid), oder erhöhen den Komfort für den Kunden (z.B. Service Parner One, die planen, auch Energie zu verkaufen). Es gibt sogar schon Lösungen, die einen echten Komfortgewinn bei der Interaktion von Verbrauchern und Versorgern bringen. So hat sich das Start-up barzahlen.de erfolgreich als Partner im Inkassobereich positionieren können.

Aktuell lassen sich daher die Geschäftsmodelle der Start-ups in der Energiewirtschaft in drei Kategorien zusammenfassen:

  • Acceleratormodelle für die Dezentralisierung der Energieerzeugung,
  • Steigerung der Kommunikationsfähigkeit im sogenannten „Supply & Demand“ Bereich (Systemkommuniktion),
  • Komfortsteigerung für Kunden und Energieversorger.

Doch ist dies schon das Ende der Entwicklung? Sicher nicht. Alle oben erwähnten Modelle unterstützen letztendlich noch bestehende Handlungsmuster und Prozesse. Allein die Akteure ändern sich, beziehungsweise werden verdrängt oder ersetzt. Der Kunde muss sich immer noch um seinen Stromversorger kümmern und für den Strom bezahlen. Was aber, wenn dies nicht mehr notwendig wird? Hätten Sie nicht auch Lust, einfach ein Smartphone aus dem Laden zu holen und der Strom wäre Inklusive? Ganz nach der Devise: „Wir brauchen keinen Strom – nur die Dinge, die wir nutzen!“

Möchten Sie mehr Infos zur Digitalisierung in der Energiewirtschaft?
EY erstellt gerade eine Übersicht zu neuen, digitalen Geschäftsmodellen in der Energiewirtschaft. Sind Sie interessiert? Dann besuchen Sie uns auf www.ey.com oder wenden Sie sich bitte an:
Andree Simon Gerken, Senior Manager bei EY, und zuständig für Energy & Start-ups mit den Schwerpunkten Business Transformation, Asset Management & Service, Energy Regulatory, Digitalisierung.

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Einleuchtend: Smarte Geschäftsmodelle transformieren die Energiewirtschaft