27.06.2017 | Neuigkeiten & Interviews

„Ein Gründer muss verkaufen können“


Das Hamburger Start-up appear2media entwickelt und baut Augmented-Reality-Lösungen und -Apps. Auf dem Young-Entrepreneurs‘-Alliance-Summit in Berlin fragten wir Co-Gründer Timon von Bargen über seine Erfahrungen. Im Interview spricht er über schlaflose Nächte, die Irrwege der Politik und den Verkäufer, der in jedem Gründer stecken muss.

Timon von Bargen von appear2media.

 

Was ist euer Geschäftsmodell?

Timon von Bargen: Wir entwickeln und bauen Augmented-Reality-Lösungen und -Apps. Gestartet sind wir mit Augmented-Reality-Apps für klassische Zeitungen und Nachrichtemagazine. Hier konnte sich der Leser durch das Abscannen der Seiten zusätzliche digitale Informationen beschaffen. Heute werden unsere Apps auch in der Reisebranche, im Handel und für Marketingzwecke eingesetzt. Und bald liefern unsere Apps auch Informationen über Orte und Objekte. Unsere Lösungen werden immer besser!

Was waren die größten Hürden bei der Gründung eures Unternehmens?

Timon: Zum einen hatten wir keinen Einfluss auf die Vermarktung unserer Apps und die Art und Weise, wie unsere neue Technologie promoted wurde. Hier waren wir komplett auf die Nachrichtenmagazine angewiesen. Und zum anderen war die Finanzierung eine echte Herausforderung. Das hat uns schon einige schlaflose Nächte gekostet. Aber nach dem zweiten Monat machten wir schon die ersten Umsätze. Und kurze Zeit später konnten wir schon die ersten Gewinne verbuchen!

Hast du einmal ans Aufhören gedacht?

Timon: Nein! Dafür ist trotz aller Handicaps einfach alles zu gut gelaufen! Wir waren mit der Technologie einfach zur richtigen Zeit präsent.

Ist es einfacher, mit einem digitalen oder mit einem nicht-digitalen Geschäftsmodell an Geld zu kommen?

Timon: Da ich noch nie ein Unternehmen mit einem nicht-digitalen Geschäftsmodell gegründet habe, fällt mir die Antwort schwer. Vom Gefühl her denke ich aber, dass es einfacher ist, mit einem digitalen Geschäftsmodell an Geld zu kommen. Im Grunde kommt es aber auf die Idee und das Gründerteam an. Wenn beides stimmt, sollte die Kapitalbeschaffung kein Problem sein.

Was würdest du dir von der Politik wünschen, damit es junge Gründer leichter haben, ihre Geschäftsidee in die Tat umzusetzen?

Timon: Die Steuergesetzgebung für Start-ups sollte individueller gestaltet werden. Gerade in der Wachstumsphase erwarten wir uns von der Politik mehr Unterstützung. Ich habe gehört, dass die Regierung jetzt einen Tech-Growth-Fund auflegen wird. Das geht in die richtige Richtung.

Was braucht ein Gründer, um erfolgreich zu sein? Eine gute Idee? Oder noch mehr?

Timon: Er muss Mut haben, an seine Idee glauben und durchhalten! Und er muss überzeugen und verkaufen können. Sonst nützt auch die beste Idee nichts.

 

Mehr Interviews von jungen digitalen Gründern findet ihr in unserer Studie „Beyond disruption. Policy action to grow digital entrepreneurship“.

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