22.08.2017 | Neuigkeiten & Interviews

„Der Reputationsgewinn ist enorm“


EY-Partner Stefan Bley erklärt, was ein Industrie-Hackathon ist und welche Vorteile Start-ups haben, die hier mitmachen und zeigen, was in ihnen steckt.

 

Stefan, was ist eigentlich ein Industrie-Hackathon?

Er ist so etwas wie ein Crash-Kurs in Industrie 4.0. Für maximal zwei Tage arbeitet ein etabliertes mittelständisches Industrieunternehmen, das vor oder schon mitten in der digitalen Transformation steht, mit ausgewählten Start-ups zusammen, die frischen digitalen Wind ins Unternehmen bringen. Die Start-ups präsentieren am Schluss des Hackathons digitale Lösungsmöglichkeiten, die das Unternehmen dann weiterverfolgen kann. Die bisherigen Hackathons haben gezeigt, dass die Industrieunternehmen davon auch regen Gebrauch machen.

Was sind die klassischen Aufgaben, die an die Start-ups gestellt werden?

Viele Unternehmen erwarten von den Start-ups, dass sie bestimmte Themen wie Big Data, Analytics oder Augmented Reality in Angriff nehmen und hier neue Lösungen präsentieren. Oder sie denken − wie häufig im Maschinenbau − in klassischen B2B-Dimensionen und erwarten, dass die Start-ups ihnen helfen, ihre Maschinen bedienungs- und kundenfreundlicher zu machen. Start-ups denken aber eher mehrdimensional, also B2B2C − und kommen dann zu ganz neuen Lösungen. Gerade das macht einen Hackathon auch so spannend: Nach den zwei Tagen präsentieren die jungen Gründer plötzlich digitale Ideen, an die vorher keiner gedacht hat. Das sind Innovationsschübe, die die Unternehmen wirklich voranbringen.

Was hat ein Start-up davon, wenn es bei einem Industrie-Hackathon mitmacht?

Zuallererst einmal den hautnahen Kontakt zu einem Industrieunternehmen. Das Start-up sieht, wie eine Produktion funktioniert und was die Industrie bewegt. Es kann checken, ob die Ideen, die es im Kopf hat, im echten Produktionsbetrieb sinnvoll und praktikabel sind. Und dann ist natürlich der Reputationsgewinn enorm! Wenn sich das Start-up im Anschluss an den Hackathon irgendwo präsentiert, kann es mit dem Logo des Industrieunternehmens aufwarten. Und das hat schon einiges Gewicht.

Wie kann sich ein Start-up auf den Hackathon vorbereiten?

Es ist ganz bestimmt hilfreich, wenn sich das Start-up im Vorfeld mit dem Unternehmen und seiner Branche vertraut macht. Es sollte also wissen, was das Unternehmen herstellt, welche Techniken vorhanden und wer die Kunden bzw. die Kunden der Kunden sind. Außerdem gibt es vor dem Hackathon ein oder zwei Telefonate zwischen den Start-ups und dem Unternehmen. Hier können sich beide Seiten beschnuppern. Letztendlich sollte die Vorbereitung aber nicht zu akribisch sein. Das hemmt das Innovationspotenzial. Und außerdem achten wir ja schon bei der Auswahl der Start-up darauf, welche Kompetenzen vorhanden sind und ob diese zum Industrieunternehmen passen.

Welche Erfahrungen hast du bislang auf Industrie-Hackathons gemacht? Gab es zwischen den klassischen Unternehmen und den Start-ups Berührungsängste?

Ich finde es immer wieder großartig, mit welcher Begeisterung sich die Start-ups einbringen und mit welcher Leidenschaft die Unternehmen mitmachen. Oft wird bis nach Mitternacht gemeinsam getüftelt und diskutiert, um die beste Lösung zu finden. Im Vorfeld gibt es bei den Unternehmen allerdings immer wieder Unsicherheiten, weil die Mitarbeiter nicht genau wissen, was sie erwartet. Aber alle Start-ups, die ich bislang kennengelernt habe, konnten mit ihrer kreativen, unkomplizierten und kooperativen Art diese Unsicherheiten ganz schnell zerstreuen. Und am Ende haben sie Ideen geliefert, die einfach überzeugt haben!

Wie erfährt ein Start-up, ob und wann ein Hackathon stattfindet?

Das ist ganz einfach. Das Start-up muss nur den VDMA oder uns ansprechen. Wenn es darüber hinaus in unserer EY-Start-up-Community ist, erfährt es fast von selbst davon. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Industrie-Hackathon!

 

Stefan Bley
ist Advisory-Partner bei EY und hat zusammen mit dem VDMA schon mehrere Industrie-Hackathons durchgeführt. Mehr Infos dazu findet ihr unter www.de.ey.com/wachstum. Wenn ihr Interesse habt, an einem Hackathon mitzumachen, schreibt einfach eine Mail an stefan.bley@de.ey.com.

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