06.01.2016 | Neuigkeiten & Interviews

Der Mehrwert der Teilnahme hat sich verdoppelt


Über Streetspotr

Interview mit Frau Dorothea Utzt, Geschäftsführerin von Streetspotr, Teilnehmer der EY Start-up-Challenge 2015 in London

Bitte gebt einen kurzen Elevator Pitch eures Unternehmens / eurer Technologischen Lösung

Wir helfen Konsumgüterherstellern und Handelsunternehmen, in Echtzeit verwertbare Einsichten darin zu gewinnen, was am POS, also im Supermarkt, im Einkaufsladen und im Kiosk, geschieht und welches Einkaufsverhalten der Kunde zeigt. Herstellung, Marketing und Vertrieb können entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimiert und an die wahren Kundenbedürfnisse angepasst werden.

Unsere Kunden (z.B. AB InBev, Ferrero, P&G und Red Bull) sehen, wie und wo In-Store-Werbung (Displays, Promotions, etc.) wirkt, ob sie überhaupt eingesetzt wird, und ob Produkte platziert und richtig bepreist sind. Im TV- und Online-Bereich wird stets die Werbewirkung und deren ROI getrackt; wir ermöglichen zum ersten Mal ein Offline-Tracking von Marken und Werbemaßnahmen, und das in Echtzeit.

Hierzu bieten wir ein Smartphone-App für die Consumer Crowd und ein Dashboard für FMCG-Hersteller und Handel. Die Technologie ermöglicht die Messung, das Tracken und Steuern der Vertriebs- und Marketingaktivitäten, sowie die Optimierung des Einkaufsverhaltens.

Unsere Lösung hat drei Dimensionen:

  • Konsumenten über die APP aktiv halten bzw. aktivieren
  • Desktop für Echtzeit-Erkenntnisse und –insights
  • Technologie (Geofunktion, Tracken im Hintergrund über iPhone, unterstützt von Google und Apple); dabei werden keine Laufwege getrackt; alle nationalen Regulierungen und Datenschutzbestimmungen (Privacy) werden streng eingehalten.

Was ist der USP?

Die Daten werden in Echtzeit über die App erhoben und im Dashboard verwertbar dargestellt. Das Feedback wird vor Ort, während des Einkaufs, am POS über Smartphone generiert.

In welcher Phase befindet sich eure Business-Idee (Seed, Growth, Expansion, IPO ...)?

Unser Unternehmen befindet sich zurzeit in der Expansionsphase.

Wie seid ihr mit der Idee gestartet / was hat euch auf die Idee gebracht?

Ein wichtiger und entscheidender Anstoß zur Weiterentwicklung unserer Idee in ein funktionierendes Geschäftsmodell kam von EY. Wir waren 2014 unter den 50 Finalisten von CODE_n auf der CeBIT. Auf einer Panel Diskussion kamen wir mit Fachleuten von EY ins Gespräch und erzählten ihnen von unserer Idee. Sie fanden, dass unser Konzept Potenzial hat, und regten eine Zusammenarbeit an. Sie waren es auch, die uns auf die EY Start-up-Challenge hingewiesen haben. Ein guter Tipp.

Welche Erfahrungen habt ihr in der Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen / Corporates / Partnern gesammelt?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden sehr offen für unsere Lösungen sind. Hier spielen bestimmte Herausforderungen eine Rolle: Sind meine Produkte überhaupt am POS vorhanden? Zur richtigen Zeit? Bei den richtigen Kunden? Treffe ich mit meinem Marketing und meiner Werbung überhaupt den Nerv der Zielgruppen? Wo sind die Lücken im Supply Chain? Kunden verstehen oft, dass wir ihnen nicht nur helfen können, das Kundenverhalten zu messen, zu protokollieren und zu tracken. Sie realisieren, dass wir auch konkrete Lösungen aufzeigen können, die sich aus unseren Echtzeiterkenntnissen ergeben.

Plant ihr die internationale Expansion? Wo?

Wir sind bereits in fast allen europäischen Ländern verfügbar. Hierzu gehören z.B. UK, Spanien, die Niederlande, Italien. Aber auch z.B. Asien ist auf unserer Agenda. Für die Expansion in die unterschiedlichen außereuropäischen Märkte entwickeln wir gerade unterschiedliche Strategien und erschließen uns Kooperationsmöglichkeiten. Die Kunden und Konsumenten sind in allen Ländern sehr offen für unsere Ideen und Lösungen. Hier gibt es äußerst interessante Crowds. Es bestehen aber auch regionale Unterschiede. In Frankreich zum Beispiel hat unsere App erst funktioniert, als wir sie auch auf Französisch angeboten haben. UK ist der experimentierfreudigste und innovativste Markt in Europa.

Was sind eure Ziele für die Zukunft?

Unsere Lösung deckt einen ganz konkreten Bedarf, der bei den Anbietern und den Konsumenten in der Crowd immer stärker in den Fokus rückt. Die Qualität der Kundenerfahrung und der Customer Journey wird immer wichtiger. Wir möchten überall in der Welt dazu beitragen, dass sich Bedarf und Nachfrage immer besser decken. Darüber hinaus wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass Onlinehandel und Retail im physikalischen Raum immer besser koordiniert werden können. Unsere Technologie bietet hier Erkenntnisse und Lösungen. Davon profitieren sowohl die Anbieter als auch die Konsumenten. Vor diesem Hintergrund glauben wir, dass unser Unternehmen gute Wachstumsperspektiven hat und weiter wachsen wird.

Wie sieht eurer Meinung nach die Zukunft des Bereichs Retail aus?

Wir glauben, dass die Menschen auch im Zeitalter der Digitalisierung Waren und Lebensmittel vor Ort im Handel einkaufen werden. Das wird nicht aussterben. Als ein Bereich der Mafo können wir aber dafür sorgen, dass der Handel vor Ort auch immer besser auf die Bedürfnisse und Konsumgewohnheiten von Kunden eingehen kann, die sich immer mehr online bewegen. Wir können helfen, die Bereiche online und offline besser zu koordinieren, miteinander zu verbinden.

Wir liefern Erkenntnisse darüber, was wann gekauft wird. Ein Event wie eine WM befeuert natürlich den Verkauf bestimmter Waren. Mit unserer Technologie wird in Echtzeit Information darüber geliefert, was schnell über den Ladentisch geht, und was schneller in die Regale nachgeliefert werden muss. Die Leute kriegen, was sie wollen und stehen nicht vor leeren Regalen. Die Händler müssen niemanden mit leeren Händen nach Hause oder zur Konkurrenz schicken. Die Kunden sind zufrieden und kommen wieder, wenn auch ihre spontanen Bedürfnisse zuverlässig befriedigt werden.

EYSC London

Wie seid ihr auf die EY Start-up-Challenge in London aufmerksam geworden?

Das hat gepasst „wie die Faust auf’s Auge“, oder wie man in UK sagt: es war ein „Perfect Match“. Wir waren sowieso gerade dabei, in diesen innovativsten europäischen Markt zu expandieren, und das Geschäft dort aufzubauen.

Was hat euch an der EY Start-up-Challenge in London gereizt?

In unserem Bereich gibt es auch bislang noch keinen Wettbewerber, der unser Geschäftsmodell aus UK heraus entwickelt. Die Challenge war eine erstklassige Change, unseren Markteintritt hier zu unterstützen und uns noch fitter für UK zu machen. Wie gesagt, der Markt hier ist sehr spannend und bietet uns vielfältige Möglichkeiten und ein großes Kundenpotenzial.

Was war das wichtigste Learning in London?

Man muss viel Zeit investieren. Entweder nimmt man an einem Programm wie der EYSC ganz teil, oder gar nicht. Eine Teilnahme erfordert das volle Committment. Schließlich haben sich auch die Partner und Mentoren viel Zeit genommen, um uns zu unterstützen. Alle Partner müssen voll dabei und bei der Sache sein. Das war bei der EYSC der Fall. Und das fanden wir klasse.

Was war die größte Hürde (während des Programms und eventuell danach) und wie habt ihr sie genommen?

Es war eine Herausforderung, die Zeit aufzubringen und die nötige volle Präsenz zu organisieren. Wir haben das so gelöst, dass der größte Teil des Teams nach London gependelt ist. Wir hatten aber auch permanent Leute aus unserem Team vor Ort dort. Zudem hatten wir jemanden aus London, der sich vor Ort mit seinem lokalen Wissen in die Challenge eingebracht hat. Bei der Lösung der Herausforderungen hat geholfen, dass wir sowieso gerade dabei waren, in den UK-Markt zu expandieren. Auch in dieser Hinsicht war unsere Teilnahme an der EY Start-up-Challenge ein „Perfect Match“.

Wem würdet ihr die EYSC empfehlen? Habt ihr Tipps für die Anmeldung / für die Auswahlrunde

Wir würden die EYSC besonders Start-ups empfehlen, die sich noch in einer frühen Phase ihrer Unternehmensentwicklung befinden. Allerdings sollte schon mehr als eine bloße Idee vorhanden sein. Ein „Minimum Viable Product“, etwas Umsetzbares, sollte schon bestehen. Gründungen in einer frühen Phase können bei der EYSC viel Anregungen, Input und Marktwissen erhalten. Sie können herausfinden, welche Wege die besten für sie sind. Auch können sie ihr Geschäftsmodell von erfahrenen Profis und Mentoren auf den Prüfstand stellen lassen. Fehler können vermieden, die Erfolgsaussichten vergrößert werden. Allerdings sollten Gründer bereit sein, viel Zeit und Engagement mitzubringen.

Ihr habt vermutlich auch an anderen Acceleratoren teilgenommen. Gibt es etwas, dass euch bei der EYSC besonders geholfen/gefallen hat?

Was uns bei der EYSC besonders positiv aufgefallen ist, war das sehr gute Mentorenmatching und die perfekte Organisation des Programms. EY hat es geschafft, uns die richtigen Mentoren mit genau dem Wissen zur Verfügung zu stellen, das wir für unsere weitere Skalierung und unser weiteres Wachstum brauchen. Die Workshops liefen wirklich gut, wurden sehr gut angenommen. Aber auch die 7 Teilnehmer von der Start-up-Seite waren sorgfältig ausgesucht. EY hat es außerdem geschafft, uns genau die Daten und das Wissen zu liefern, das wir gebraucht haben und auch weiterhin brauchen. Das hat uns beeindruckt. Wir wurden auf der EYSC niemals allein gelassen. Was nicht selbstverständlich ist, und eine Top-Organisation verlangt.

Welche Beziehungen habt ihr zu EY / zum globalen EY Netzwerk nach der Challenge?

Wir unterhalten noch Kontakt und einen lebendigen Austausch mit Mentoren von der EYSC. Auch pflegen wir weiterhin die Netzwerk-Kontakte, die wir während des Programms geknüpft haben. Die Teilnahme hat sich auch in konkreten Aufträgen und Kundenprojekten niedergeschlagen. EY ist auch weiterhin unser Partner, der uns mit Daten unterstützt, die wir brauchen. Durch all dies wird der Mehrwert der Teilnahme an der Challenge multipliziert.

 

Beim weiteren Nutzen dieses Internet Auftritts erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. weitere Informationen

Die Cookie Einstellungen für diese Seiten werden auf das Erlauben aller Cookies gesetzt um Ihnen den bestmöglichen Komfort zu bieten. Wenn Sie der Nutzung von Cookies auf dieser Seite durch Anklicken des Zustimmen-Buttons erlauben, dann erklären Sie sich als einverstanden mit diesem Vorgehen.

Schließen