24.10.2017 | Neuigkeiten & Interviews

„Bunt gemischt und vielfältig“


Im Ruhrgebiet suchen Industrieunternehmen neue Ideen für ihre Zukunft – eine Chance für findige Start-ups, erklärt EY-Partner Titus Zwirner. Eine lebendige Gründerszene sorgt für Innovationen.

Start-ups im Ruhrgebiet liefern innovative Ideen und gestalten so den Strukturwandel mit.

 

Titus, das Ruhrgebiet steht für die klassische Industrie. Gibt es überhaupt ein funktionierendes Ökosystem für Start-ups?

Ja. In den vergangenen Jahren ist eine spannende Szene gewachsen. Das liegt an der hohen Industriedichte mit großen und mittelständischen Unternehmen. Sie transformieren ihre Geschäftsmodelle, Start-ups liefern dazu oft die Innovationen. Eine perfekte Symbiose. Viele Start-ups entstehen im Ingenieurumfeld. Auch die Digitalisierung kommt nicht zu kurz. Die Szene ist bunt gemischt und vielfältig.

Wie unterscheidet sich die Start-up-Landschaft im Ruhrgebiet von Berlin?

Die Firmengründer im Ruhrgebiet sind oft bodenständiger und arbeiten nicht immer auf den großen Exit hin. Sie setzen sich häufig moderate Wachstumsziele. Die Ideen sind nicht auf den schnellen Erfolg getrimmt. Diese Haltung kommt bei Investoren gut an.

Wo siehst du Nachholbedarf?

Bei der Gründermentalität und der Ausbildung an Fachhochschulen sowie Universitäten. Für gut ausgebildete Menschen im Ruhrgebiet war die Karriere in einem etablierten Unternehmen vielfach der Normalfall. Die Zahl an Gründungen aus den Universitäten ist immer noch zu gering. Ein Start-up wird von vielen Absolventen nicht als erste Option angesehen. Aber: die positive Veränderung ist klar erkennbar. Dazu tragen Lehrstühle für Entrepreneurship bei und die Zahl der Kooperationen zwischen Industrie und Hochschulen nimmt erfreulicherweise zu.

Leisten Start-ups einen positiven Beitrag zum Strukturwandel?

Ja, definitiv. Sie bringen neues Wissen und Bewegung ins Ruhrgebiet. Was mich positiv stimmt: Die ersten ‚externen‘ Unternehmen entscheiden sich für Standorte im Ruhrgebiet und gestalten den Wandel mit. Sie entwickeln auch innovative Mobilitäts- und Energiekonzepte für diesen Ballungsraum mit seinen fünf Millionen Menschen.

Welchen Tipp gibst du einem Start-up, das sich für das Ruhrgebiet entscheidet?

Das Netzwerk ist der Erfolgsfaktor. Neben öffentlichen Initiativen wie Businessplanwettbewerben und Technologiezentren von Universitäten oder der Fraunhofer-Gesellschaft haben sich eine Reihe privater Formate entwickelt. Von den Ruhrpott-Legenden über die Startup-Nights bis hin zum RuhrSummit finden Events für Start-ups statt. Firmengründer sollten sich dort vernetzen.

Wie begleitet EY junge Gründer?

Wir unterstützten Start-ups in allen Phasen. Und, ganz wichtig: ob Steuer-, Rechts- oder Bewertungsexperte – wir können Gründern und Investoren zu fast jeder Fragestellung eine hohe Qualität zu fairen Preisen aus einer Hand anbieten. Wir sehen uns auch als Vermittler zwischen Start-ups auf der einen und Investoren auf der anderen Seite. Wir veranstalten im Ruhrgebiet Events zu Themen wie Smart Cities oder Smart Energy oder Pitching-Events, bei denen Firmengründer ihre Ideen vor Investoren präsentieren können. Hier wird oft die Basis für eine spätere Zusammenarbeit gelegt.

 

Dieses Interview sowie viele andere spannende Interviews und Artikel findest du in der Berlin Valley Sonderausgabe "Startup-Szene-Ruhrgebiet". Hier geht es direkt zur Sonderausgabe.

 

zwirner

Titus Zwirner
Hauptansprechpartner bei der EY Start-up-Initiative in Nordrhein-Westfalen.

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